Gemeinsam mit anderen Schülersprecherinnen und Schülersprechern aus Nordthüringen durfte ich am 1. Juni 2026 an einem Gespräch mit dem Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christian Tischner, teilnehmen. Dabei ging es um die aktuellen Probleme an Schulen und um die Frage, wie Schulen in Zukunft besser gestaltet werden können.
Bereits vor dem Treffen hatte ich mir verschiedene Fragen überlegt, die die Sicht von Schülerinnen und Schülern widerspiegeln sollten. Eine davon beschäftigte sich mit den Bildungschancen in Thüringen. Ich wollte wissen, was das Land unternimmt, damit der Erfolg in der Schule weniger davon abhängt, aus welchen Familienverhältnissen man stammt.
Der Minister erklärte, dass gleiche Chancen für alle Schülerinnen und Schüler ein wichtiges Ziel seien. Dafür gibt es verschiedene Unterstützungsangebote, wie zum Beispiel das Thüringer Chancenprogramm. Es soll Kindern und Jugendlichen helfen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft bessere Möglichkeiten zu bekommen.
Neben den Bildungschancen wurde auch über den hohen Druck im Schulalltag gesprochen. Viele Schülerinnen und Schüler haben das Gefühl, dass Schule sie vor allem auf Prüfungen vorbereitet. Dabei kommen praktische Themen oft zu kurz. Besonders die Finanzbildung wurde angesprochen. Der Umgang mit Steuern, Versicherungen oder Verträgen könnte stärker im Unterricht vorkommen, da diese Dinge später für jeden wichtig werden.
Auch der Lehrermangel war ein großes Thema. Dabei wurde deutlich, dass Lehrkräfte mehr Unterstützung brauchen. Genannt wurden unter anderem zusätzliche Fachkräfte, bessere Fortbildungen und Entlastungen im Schulalltag.
Darüber hinaus ging es um gesellschaftliche Herausforderungen. Extremismus, Hass im Internet und politische Radikalisierung sind Themen, mit denen sich auch Schulen beschäftigen müssen. Der Minister machte deutlich, dass Schule ein wichtiger Ort für Demokratiebildung ist. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, kritisch zu denken und sich eine eigene Meinung zu bilden. Gleichzeitig wurde klar, dass Schulen nicht alle Probleme der Gesellschaft alleine lösen können.
Ein weiterer Punkt war der Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI). Diese verändert auch den Schulalltag und bringt neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen mit sich. Deshalb seien gute Regeln und Fortbildungen für Lehrkräfte notwendig, damit KI sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden kann.
Zum Abschluss wurde darüber gesprochen, was am Thüringer Schulsystem verbessert werden sollte. Dabei standen vor allem eine bessere Unterstützung von Schülerinnen und Schülern, gute Bedingungen für Lehrkräfte und eine Weiterentwicklung des Unterrichts im Mittelpunkt.
Für mich war das Gespräch eine besondere Erfahrung. Ich konnte die Meinung von Schülerinnen und Schülern einbringen und erleben, wie politische Entscheidungen mit den tatsächlichen Erfahrungen aus dem Schulalltag verbunden werden. Der Austausch hat gezeigt, dass es viele Herausforderungen gibt, aber auch viele Ideen, wie Schule in Zukunft weiterentwickelt werden kann.

Marlen-Charlott Peter